Robert Winzenried

Andragogischer Leiter & Dozent SAFS

 

Andragogischer Leiter & Dozent SAFS - Dipl. Erwachsenenbildner HF

LK: Guten Tag Robert, Du bist eine Persönlichkeit und verkörperst die SAFS (Swiss Academy of Fitness & Sports) nach aussen. Was ist „das Geschäft“ der SAFS genau?

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RW: Die Tätigkeit der SAFS besteht in der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter von Fitness- und Freizeitanlagen. Es begann 1986 mit den Aerobic- und Fitness Grundausbildungen. Das Bestreben nach einer staatlichen Anerkennung führte 1994 zur Gründung des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verband (SFGV) als Träger der eidg. Berufsprüfung für Fitnessinstruktoren bzw. Spezialisten Bewegungs- und Gesundheitsförderung. Seit Beginn kooperiert die SAFS eng mit dem Verband und richtet ihre Grundausbildungen auf dieses Ziel aus. Das Geschäft der SAFS richtet sich nach den Vorgaben des Verbandes OdA BuG (OdA Bewegung und Gesundheit Dachverband der Bewegungsberufe Schweiz) und orientiert sich am Markt.


LK: Welche Ausbildungen bietet die SAFS an?

RW: Es bieten sich modular aufgebaute Ausbildungen an für Fachpersonen, die entweder Teil- wie auch Vollzeit in ihrem Bereich arbeiten. Die Module können je nach Bedürfnis zusammengestellt werden. Die Gesamtausbildung bereitet auf das eidgenössische Diplom vor. Einige Beispiele:

  • Fitness Trainer mit SAFS Fachausweis

  • Die berufsbegleitende Grundlagenausbildung mit Fitness Betreuer, Kundenberater und Fitness Trainer richtet sich an alle, die in die Fitness- und Gesundheitsbranche wechseln und sich solides Fachwissen aneignen wollen.

  • Vorbereitung zum eidg. Fachausweis „Spezialist für Bewegungs- und Gesundheitsförderung“

  • Diese Ausbildungen richten sich an Quereinsteiger, die bereits einen Beruf erlernt haben und an Fachmänner / Fachfrauen „Bewegungs- und Gesundheitsförderung mit EFZ". Die SAFS ist von der OdA Bewegung und Gesundheit zur Durchführung der Modulprüfungen akkreditiert. Bestandene Modulprüfungen berechtigen zur Teilnahme an der eidg. Prüfung zum Fachausweis.

  • Gruppenfitness Ausbildungen

  • Kursleiter für FunTone, Dancess, Pilates oder Power-Yoga. Sowie Instruktoren für die Les Mills Programme (vorchoreografiert von Les Mills New Zealand). Die SAFS Gruppenfitness-Ausbildungen lassen sich individuell kombinieren.


Der grosse Stellenwert der persönlichen Aus- und Weiterbildung zeigt sich auch in der rasant wachsenden Nachfrage nach der SAFS-Weiterbildung: Mehr als 150 Tagesworkshops werden jährlich durchgeführt.

Das Motto des Weiterbildung Circle: Alles eine Frage der Motivation. Nur wer Trends erkennt und mit bewährten Angeboten kombiniert, besteht im härter werdenden Konkurrenzkampf. Gezielte Weiterbildung reflektiert die tägliche Arbeit, aktualisiert das Basiswissen und erweitert die persönliche Kompetenz. Und das unschlagbar günstig im SAFS Weiterbildung Circle für 12 Monate.

 

LK: Robert wie siehst Du allgemein den „Fitness Planet Schweiz“, wo die SAFS ja einer der grössten Akteure ist?

RW: Es ist eine Branche, die sich voll im Wandel und in starkem Wachstum befindet. Die Sportstudie Schweiz, verfasst vom BASPO (Bundesamt für Sport) im 2014 zeigt auf, dass bereits nahezu gleich viele private Trainingsstunden in der Fitnessbranche stattfinden wie in den Vereinen. Dies beweist, dass diese Branche ein wichtiger Player bei gesundheitsorientierter Bewegung ist. Spannend zu beobachten wird auch, was das zunehmende Engagement von Migros, Coop und ausländischen Ketten bewirkt.

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LK: Robert, neben dem SFGV gibt es noch andere Verbände in der Szene?

RW: Die OdA BuG (Organisation der Arbeitswelt Bewegung und Gesundheit) ist Ansprechpartner und zuständig für alle Berufe in diesem Bereich. Dann gibt es den SVBO (Schweizerischer Verband der Bildungsorganisationen im Fitnessbereich). Auch der SPTV (Schweizerischer Personaltrainer Verband) gehört dazu. Daneben bestimmt das SBFI (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation) woran man sich bei einem Berufsbild orientieren muss. Auch die Interessengemeinschaft (IG) Fitness Schweiz setzt sich für die qualitative Weiterentwicklung der Branche ein.


LK: Wie kann ich als Kunde ein passendes Fitnesscenter auswählen? Worauf muss ich achten?

RW: Interessenten können sich an vier Kriterien orientieren:

1. Die Erreichbarkeit – das heisst, der Weg zwischen Arbeit oder Domizil bis ins Center

2. Die Auslastung zu meinen Trainingszeiten – Öffnungszeiten und dass die Räume zu den mir angenehmen und passenden Zeiten nicht überlaufen sind

3. Die im Center herrschende Einrichtung und Atmosphäre – fühle ich mich wohl?

4. Die Qualität der Trainer – Sind sie kompetent, kann ich ein Probetraining besuchen – werde ich beraten?

Ein gutes Zeichen ist auch die Stabilität eines Teams, d.h. wenn sich nur eine geringe Fluktuation der Mitarbeiter abzeichnet – am besten unterhalten sich Interessenten auch mit den anwesenden Mitgliedern.


LK: Was empfiehlst Du den SAFS Ausbildungsabgängern die professionell tätig werden, EMFIT oder Qualicert? Was ist der Unterschied?

RW: Die SAFS bildet so aus, dass beide Zertifizierungen erfüllt werden. EMFIT beinhaltet die Qualitätssicherung der Gesundheitsbranche (Therapeuten) und neu auch aus der Fitnessbranche. Qualicert kommt aus der Fitnessbranche und löst einen Präventionsbonus bei den Krankenkassen aus. Beide sind unabhängige Qualitätssicherer.


LK: Welches ist die stärkste Entwicklung im aktuellen Fitnessmarkt?

RW: Es hat sich gezeigt, dass eine klare Positionierung aktuell zwingend ist. Einerseits die Mikro-Clubs, persönlich und exklusiv spezialisieren sie sich auf bestimmte Programme z. Bsp. Pilates, Personaltraining oder Crossfit. Andererseits die grossen Fitnessanlagen mit umfassendem Angebot, das die ganze Bandbreite umfasst: Fitness und Wellness. Die Positionierung als Gesundheitszentrum mit integrierter Praxis hat stark zugenommen. Der Standort ist bedeutend für die Entwicklung, je ländlicher desto eher bieten die Center alles an. Sind sie zentral gelegen, wird das Angebot eher spezifisch. Aber auch die Standardisierung des Trainings macht sich breit: z. B. Les Mills im Gruppenfitness oder chipgesteuertes Zirkeltraining auf der Trainingsfläche: überall gleiches System und gleiche Ausführungen. Als Gegenbewegung werden wieder vermehrt individuelle Erlebnisse und persönliche Betreuung geboten: das Personal nimmt sich vermehrt wieder Zeit für den Kunden.


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LK: Welcher Bereich ist am meisten gefragt – Groupfitness, Yoga oder Pilates? Sowohl allgemein in der Szene wie auch spezifisch bei der SAFS?

RW: Bei uns sind alle Ausbildungsbereiche gut besucht, auch wenn natürlich Schwankungen auftreten. Generell suchen erfahrende Instruktoren oft etwas Ruhigeres und mehr die Sinnhaftigkeit der Bewegung – wie bei Pilates und Power-Yoga. Die Jungen wollen natürlich eher Trends und Fun. Die Verbindung zwischen den Angeboten wird enger und das Erlebnis intensiver.

Der Erfolg vom Training hängt ab von Effizienz und Häufigkeit. Training wirkt nur, wenn es stattfindet! Es ist entscheidend, dass es kein MUSS ist und der Trainer weiss, wie er die Leute zu regelmässigem Kommen animiert. Regelmässiges Training bringt Erfolg. Effizienz ohne FREUDE ist nur Mittel zum Zweck und bindet niemanden langfristig.

Die Fitnessbranche entwickelt sich mit der Kundschaft. Grundlegende Werte wie Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden sind zeitlos. In der Branche wird es nie langweilig, der Kundenkontakt bleibt spannend (auch nach 30 Jahren für mich!).

Das Bewusstsein, dass der Körper mein Zuhause ist und ich nicht umziehen kann, nimmt zu: Es lohnt sich, sich um sein „Zuhause“ zu kümmern und den Körper – mit wohldosierter Bewegung fit zu halten.


LK: Robert, was hältst Du von der Entwicklung je länger je mehr „Low Cost“ Angebote zu präsentieren? Das ist sicher eine grosse Konkurrenz zu den bestehenden Anbietern?

RW: Es handelt sich um eine natürliche Entwicklung, die in jeder Branche anzutreffen ist. Wie die Gastro-Szene ist auch die Fitness-Szene vielfältig. Die Positionierung der Anlagen ist wichtig. Alle haben ihre Berechtigung: Low Cost oder Premium Club - Gesundheitszentrum oder Wellness exklusiv und gediegen.


LK: Wie siehst Du die Zukunft der Fitnessbranche? Wird die Tendenz zu „Senior Fit“ sich weiterentwickeln?

RW: Ja sicher, das ist sogar ein MUST aufgrund der Demographie. Menschen, die fit älter werden wollen, legen Wert auf Qualität. Sie sind sich bewusst, dass nur gezieltes Training ein aktives Alter garantiert. Dieser Bereich wird sich weiterentwickeln: Migros und COOP machen Druck auf konventionelle Anbieter, die sich demzufolge spezialisieren. Gute Angebote für dieses Segment sind gefragt, denn ein aktiver Lebensstil ist ein MUSS.


LK: Welche Geräte oder Tools sind Deiner Meinung nach sinnvoll in einer Instruktoren-Ausbildung bei der SAFS?

RW: Wir bilden so aus, dass das Grundprinzip im Vordergrund steht, wir lehren produkteneutral. Es werden aber neue Geräte oder Tools in den Weiterbildungen integriert. Jedes Gerät kann sinnvoll eingesetzt werden. Was angeboten wird, ist allerdings vom Center abhängig. Entweder High-Tech oder funktionelles Training, da besteht eine riesige Bandbreite. Der Trainer sollte fähig sein, kundenorientiert zu handeln: Der Schlüssel zum (Trainings-) Erfolg ist das Erlebnis und das daraus resultierende Ergebnis. Der persönliche Lebensstil, die Ernährung und das Bewegungsverhalten des Kunden sind unbedingt mit zu berücksichtigen.

Dazu die Aussage eines Kunden, die mich persönlich gefreut hat: „Ich hatte schöne Ferien, habe aber das Training vermisst!“

Für Fragen zur Berufsausbildung: www.safs.com / www.sfgv.ch


LK: Danke für das interessante Gespräch Robert und viel Erfolg der SAFS!

 
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